Ad Frienmannun

 

 

Viele Münchner Ortsteile wurden im Mittelalter ganz anders genannt.

Da wir im Ortsteil Freimann, im Stadtteil Schwabing-Freimann leben, wollte ich natürlich wissen, ob es unseren Stadtteil schon damals gab. Nach langer Suche, habe ich einige wenige Informationen gefunden.

 

Der Ortsteil Schwabing Freimann bestand im Mittelalter aus drei verschiedenen Orten. Zum einen aus Svapinga, dem heutigen Schwabing. Der Name tauchte bereits in der Bronzezeit, erstmalig anno 782, in den Freisinger Traditionen (eine Sammlung von Urkunden der Freisinger Bischöfe) auf. Wenige Jahre später – 815 – scheint auch das Nachbardorf »ad Freddamaringun« (Fröttmaning) erstmals in einer Urkunde auf, dessen Name sich von Fridumar (der Friedfertige) ableitet. Und für dass dritte Ursprungsdorf des heutigen Stadtbezirks Schwabing-Freimann, das nach den »Freimännern«, also den persönlich freien Bauern, benannte »ad Frienmannun« (Freimann) finden sich ab Mitte des 10. Jahrhunderts erste schriftliche Zeugnisse.

 

Bei allen Besitzerwechseln, Kauf- und Tauschhändeln, die die mittelalterliche Geschichte prägen, tritt in diesem Raum der Bischof von Freising als zentrale politische und wirtschaftliche Größe hervor. In Fröttmaning und Freimann war er bemüht, seinen Besitz zu arrondieren. Auch Grundherr Situli übergab sein Bethaus mit dazu gehörigem Landbesitz in die Obhut des Bischofs: Durch die Freisinger Urkunde von 815, die den Vorgang beschreibt, ist Heilig Kreuz in Fröttmaning erstmals bezeugt. In Schwabing bildete sich im Mittelalter ein eigenes Geschlecht der »Herren von Schwabing« heraus, meist Lehnsleute des Freisinger Bischofs, der zahlreichen Besitz in Schwabing hielt. Die letzten Vertreter der »Schwabinger« waren Anfang des 14. Jahrhunderts Pröpste in Schäftlarn, während die Schwabinger Burg im Winkel zwischen der heutigen Haimhauser- und Occamstraße bereits an die Münchner Patrizierfamilie der Gollier übergegangen war. Auch in Freimann erwarben Münchner Bürger im späteren Mittelalter Besitz und traten damit zu den kirchlichen Grundherren.

 

(Informationen, aus der Stadtgeschichte Rathaus München)