Rike ad Frienmannun

   Wie kam es? 

 

Ja, angefangen hat es, als mein Mann und ich vor einigen Jahren den ersten Mittelaltermarkt im Münchner Olympiapark besuchten. Wir waren mehr als nur begeisstert. Seien es die verschiedenen Lager und ihre Ausstattungen oder die vielen Waren, die hier feilgeboten wurden, sowie die Ritterspiele, die nachmittags stattfanden. Einfach alles, was dieses Ambiente hergibt. Man fühlt sich gleich wohl und wurde auch überall mit viel Geduld in die verschiedenen Reglements eingeführt.

 

Damals hatten wir mal so rumgesponnen, wow, das wär schon Klasse, mal selbst sowas zu machen. Aber wie es meist so ist, schlief die ganze Sache auch schnell wieder ein. Wir waren weiterhin auf Märkten, sofern es unsere Zeit erlaubte, vor allem der Mittelalterliche Christkindlmarkt hier in München hatte es uns angetan. Aber so recht die Idee auf was Eigenes wollte nicht mehr greifen.

 

Im Mai 2012 erzählte mir jemand vom gewandeten Wandern, das jedes Jahr am Ostermontag stattfindet. Da kamen gleich die Gedanken wieder hoch, doch was eigenes zu machen und so entstand im Juni 2012 unsere Gruppe Ad Frienmannun.

 

Zum Glück gibt es google. Aber was ich mir niemals vorstellen konnte, dass es so viel über das Mittelalter zu lesen gibt. Ich weiß nicht mehr, wieviele Stunden ich Infos gelesen und bekommen habe, vor allem so viele interessante Sachen zum Thema Handwerk, in das wir uns als Gruppe einklingen möchten. Und weil ich nunmal ein sehr spontaner Mensch bin, haben wir auch gleich ein paar Sachen besorgt, denn wir wollten ja nicht nur auf den Märkten rumspazieren, sondern auch lagern.

 

Da ich auf die Märkte gewandet gehen wollte, musste auch ein Kleid her. Auch hier war die Devise - warum kaufen, früher machte man das auch selber. So nähte ich mir in ca. 25 Stunden aus einem älteren Landhauskleid mit zwei Leinenhosen ein Kleid und die passende Gaube, und weil ich da sehr eigen bin ... natürlich von Hand. Nach ungefähr 300 Metern Faden war das gute Stück dann fertig.

 

Wir besuchten viele Märkte, denn nur was ich sehe, kann ich auch umsetzen. Im August besuchten wir Amerang und da fragte ich einen der dort Lagernden, den ich schon kannte, ob wir einfach mal mitlagern dürfen. Klar kein Problem, doch dies wäre für uns zeitlich leider erst im neuen Jahr möglich gewesen. Wir waren noch auf vielen Märkten, einfach um zu schauen, was es gibt und vie man am besten die Lagerey umsetzen kann.

 

Doch kaum als das neue Jahr begann, wollte ich nicht noch länger warten, bis wir endlich lagern konnten. Wir kauften ein Zelt und am Flohmarkt diverse Gegenstände, die man zum Kochen und Essen benötigt. Wir bauten Möbel, Bänke, einen Tisch, Truhen, ein Steckbett, ein Geschirrregal. Das Banner habe ich gestickt und was weiß ich noch alles, neue Kleydung musste genäht werden.

 

Schon im April 2013 gingen wir das erste mal zum Lagern, nach Grafenau zum Zeitsprung mit Pfeilhagel. Es war einfach nur gigantisch. Auf unserem ersten Markt wurden alle Gruppen persönlich begrüßt und als kleines Dankeschön bekam jeder ein Brot und einen Beutel mit Salz. Kann es wirklich einen schöneren Beginn im mittelalterlichen Lagergeschehen geben??